8 (ehrliche) Tipps für eine entspannte und authentische Hochzeit

8 (ehrliche) Tipps für eine entspannte & authentische Hochzeit

Das Hochzeitsdatum ist gewählt, nun geht es an die Planung. Da kann man sich als Brautpaar schon mal überfordert fühlen. Wen sollen wir einladen? Wo bekomme ich mein Traumkleid her? Wie verewigen wir diesen Tag? Was ist uns wichtig? Fragen über Fragen über Fragen. Michael und ich können uns da jedesmal reinfühlen wenn sich frisch Vermählte bei uns informieren, denn auch wir standen schon vor der großen Aufgabe eine Hochzeit zu organisieren. Aber Hochzeit ist nicht einfach nur zwei Menschen geben sich das Ja-Wort und dann wird groß gegessen, es geht um viel mehr.

Ihr feiert euch, eure Beziehung, eure Liebe. Ihr habt den Menschen gefunden, der euch glücklich macht, mit dem ihr den Lebensweg möglichst lange gemeinsam gehen wollt. Wir finden, da sollte es dann nicht darum gehen was Tradition ist oder was sich Familie, Verwandte, Freunde erwarten, sondern es soll darum gehen WER IHR SEID. Damit ihr euch und den Blick aufs Wesentliche (das seid ihr!) nicht verliert, haben wir hier ein paar Tipps für euch zusammen gefasst:

  1. Tradition ist nicht alles.
    Traditionen mögen schön sein aber etwas nur zu tun weil alle anderen es tun? Damit Großtante Susi glücklich ist? Damit niemand sagt “Warum machen die das so, wir haben das doch immer so gemacht?” Fragt euch selber, ob gewisse Traditionen für euch eine Bedeutung haben. In den vielen Jahren, in denen wir schon Brautpaar begleiten, haben wir oft erlebt, dass zB auch die kirchliche Trauung nur deshalb statt findet “weil man das bei uns halt so macht”.
    Michael und ich haben zB entschlossen nur standesamtlich zu heiraten, wir sind zwar beruflich oft in Kirchen, aber für unsere Beziehung ist es nichts was uns verbindet. Manche meinen, dass aber “nur standesamtlich” ja langweilig ist – tja, das war vor vielen Jahren so. Mittlerweile gibt es so schöne Standesämter bzw. bieten viele an, die Trauung auch im Freien abzuhalten. Und falls es doch nicht möglich ist, gibt es immer noch die Freie Trauung. (Infos zB hier -> www.freie-trauungen.at)
    Viele unserer Brautpaar verzichten auch auf das “Braut stehlen” oder Spiele (wie zB auch das traditionelle “Absperren”).
    Seid ihr beide sehr religiös und die Kirche ist ein Bestandteil eures Lebens? Dann passt die kirchliche Trauung natürlich super zu euch. Ihr liebt die Spiele und freut euch wenn Freunde so etwas organisieren? Dann werdet ihr sicher viel Spaß haben.
    Wie auch immer ihr zu all den Traditionen steht – wichtig ist nur, dass ihr auf euch selbst hört und euren Tag so gestaltet wie ihr das wirklich möchtet – auch wenn sich jemand vielleicht dabei auf den Schlips getreten fühlt. Es ist euer Tag. Wenn der Tag vorbei ist, sollt ihr glücklich daran zurück denken und die Gewissheit haben, ja er war genau so wie ihr euch das gewünscht habt. Der Tag war so wie er zu euch passt.
  2. Eure Herzensmenschen.
    Wer eine Gästeliste schreibt wird schnell merken – das ist gar nicht so einfach. Wen laden wir aller ein? Das ist eine essentielle Frage einer Hochzeit. Schnell wächst die Zahl auf dieser Liste. Wo fängt man an, wo hört man auf? Wenn wir den einladen müssen wir auch den einladen. Und so weiter.
    Ihr müsst nichts. Gar nichts. Wenn ihr nur mit Trauzeugen, Eltern und den zwei besten Freunden feiern wollt, dann macht das. Lasst euch von Kommentaren wie “Ja aber du musst doch die Schwester der Cousine von deinem Großonkel einladen, weil die hat dich auch eingeladen.” nicht verunsichern. Wir sagen es gerne immer wieder: Ihr müsst nichts.
    Je größer die Hochzeitsgesellschaft desto weniger Zeit könnt ihr mit den einzelnen Menschen an diesem Tag verbringen. Auch hier kommt das Thema “Tradition” vor. Nur weil ihr vielleicht in einem Verein oder Club seid, heißt das noch lange nicht, dass ihr alle 200 Mitglieder einladen müsst. Auch wenn das bisher alle anderen so gemacht haben.
    Es kommt auch ganz schnell die Situation wo ihr euch vielleicht denkt “ach, die paar Personen mehr sind jetzt auch schon egal.” Lasst euch sagen, sie sind es nicht. Als Brautpaar könnt ihr eigentlich nur beim Brautpaar Shooting ein wenig Gemeinsamkeit (und darum geht es ja) genießen. Die restliche Zeit werdet ihr mit anderen Menschen verbringen. Dann sollten es auch wirklich nur die Menschen sein die eure Herzensmenschen sind.
  3. Spitzen, Tüll, Rosen und Klim Bim
    Die Dekoration bzw. die stilgemäße Ausrichtung der Hochzeit ist ein großes Thema in der Vorbereitung. Ich habe es schon oft erlebt, bei Messen zB, dass Mütter mit den Töchtern durchgehen und sagen “schau das machst du dann so, da nimmst du dann die roten Rosen, das ist einfacher”. Ihr wollt eure Hochzeit in schwarz-weiß ausrichten? Dann macht das auch. Bei der heutigen Fülle an kreativen Dienstleistern findet sich jemand der euch einen Strauß in diesen Farben macht und auch Kleider gibt es schon in schwarz-weiß.
    Ihr seid ein sportliches Paar und habt nichts übrig für edle Schuhe? Dann baut eure Sneakers als Eye-Catcher ein. Gerade diese kleinen Details, Dinge die ihr anders macht als andere, zeigen eure Persönlichkeit und machen das Fest persönlich.
    Wenn ihr nicht so die Do-it-yourself-Bastel-Typen seid, dann verzichtet auch darauf bei der Hochzeit. Es mag euch vielleicht bei den Kosten günstiger erscheinen aber die Frage ist: was ist euch eure Zeit wert? Ich kenne Bräute die super talentiert sind und mal eben schnell 100 Serviettenringe herstellen können. Ich bin da nicht so geschickt, daher halse ich mir so eine Arbeit auch nicht auf. Vielleicht braucht ihr auch manche Dinge bei der Dekoration gar nicht. Statt Menükarten kann man die Speisen zB auch auf eine Tafel schreiben.
    Je nachdem wie es einfach zu euch passt.
    Ihr surft auf diversen Hochzeitsblogs, seid der Pinterest-Sucht verfallen und schon hängt ihr mitten drinnen im Deko-Wahn? Dekoration ist schön, sie hilft dem Tag die persönliche Handschrift zu geben aber sie ist nicht alles. Niemand wird sich daran erinnern, ob die Farbe des Tischläufers exakt zur Farbe der Menükarte passt. Wichtig ist, dass es stimmig ist. Verliert euch nicht zu sehr in den Details. Auch Gastgeschenke werden mittlerweile immer aufwändiger und ausgefallener. Die Gefahr, dass Tische mit Dekoration überladen sind ist groß. Hier noch eine Laterne, da noch eine Vase, dort ein paar Steinchen, Kerzen, ein Stoffband.
  4. Lernt “Nein” zu sagen
    Bei den Vorbereitungen kann es oft passieren, dass sich plötzlich Dinge ergeben, wo ihr euch denkt “Eigentlich wollten wir das gar nicht aber soundso hat so eine Freude”. Natürlich ist es schön jemanden eine Freude zu bereiten aber verliert dabei nicht den Blick auf das Wesentliche und das sind eure Wünsche und Bedürfnisse. Auch wenn der Großonkel noch so oft meint “ich filme euch die Hochzeit, ich mach das so gern” ihr aber gar keinen Wert auf einen Videofilm legt, dann sagt das auch und lehnt dankend ab. Ihr möchtet die Torte nicht von der Oma machen lassen, weil ihr beide schon einen Lieblingsbäcker habt, dann bleibt dabei. Im Nachhinein könnt ihr es nicht ändern. Der videofilmende Großonkel der euren professionellen Fotografen bei der Arbeit behindert, die Oma die am Tag der Hochzeit völlig fertig ist weil sie die Aufgabe der Hochzeitstorte überfordert hat. Alles an diesem Tag ist einzigartig und kein Moment lässt sich “nachholen”.
    “Du könntest ja noch sowas und sowas machen” die kreative Freundin hat Ideen über Ideen. Ihr möchtet aber nicht so viel Dekoration? Dann sagt es auch.
  5. Nehmt euch Zeit
    Die Tipps zuvor waren eher für die Planung hier kommt nun der wohl wichtigste Tipp überhaupt für den Tag selbst: nehmt euch Zeit. Plant immer genügend Zeit ein. Lieber mehr als zu wenig.
    Die Visagistin meint sie braucht eine Stunde, plant lieber eine halbe Stunde mehr ein. Schon der Start in den Tag sollte entspannt beginnen und wir haben schon öfter erlebt, dass für das Styling nicht genügend Zeit geplant wurde (besonders wenn das Styling nicht vom Profi, sondern Hobby-Stylisten kam). Auch wenn ihr zB eine Fahrt an diesem Tag machen müsst, plant mehr Zeit ein. Es könnte viel los sein auf den Straßen, mit einem geschmückten Auto fährt man langsamer und mit einem Brautkleid im Prinzessinnen Look braucht man schon mal ein paar Minuten um ins Auto zu kommen.
    Wie oben schon mal erwähnt, ist oft das Brautpaar Shooting die einzige Zeit in der ihr beide ungestört sein könnt. Wir raten daher auch immer davon ab Gäste, Zuschauer mitzunehmen. Diese lenken euch nur ab und ihr könnt euch vor der Kamera nicht völlig fallen lassen, da man sich einfach beobachtet fühlt. Wir als Hochzeitsfotografen sind zu zweit, das bedeutet, es gibt immer eine helfende Hand, es ist immer jemand zur Stelle wenn etwas gerichtet werden muss. Genießt diesen Teil des Tages der nur für euch beide ist.
  6. Essen nicht vergessen.
    Ganz ganz wichtig und das können wir aus eigener Erfahrung berichten, es ist ganz wichtig zu essen, auch wenn ihr so aufgeregt und nervös seid, dass ihr glaubt, ihr bekommt keinen Bissen runter. Esst trotzdem.
    Kennt ihr die How I met your mother Folge in der Lilly und Marshall heiraten und beide sind beim Dinner verzweifelt auf der Suche nach Essen? Lilly meinte dann ein mal, sie habe endlich gegessen, 4 Erdbeeren – und das waren die, die im Champagner waren. (Szene könnt ihr euch hier ansehen: Link zu YouTube) Ja, so ähnlich kann man sich unser Erlebnis vorstellen. Nach der Trauung gab es die “Agape” mit kleinen Brötchen. Wir hatten ca. 100 Gäste (was uns wieder auf Punkt 2 bringt) und waren so beschäftigt mit allen zu reden und niemanden zu übersehen, dass wir einfach keines der leckeren Brötchen erwischten. Ständig wanderten Tabletts umher aber wollten wir nach einem greifen, wurden wir abgelenkt weil wir ja wieder jemanden begrüßen mussten. Schließlich haben wir einen Freund losgeschickt in die Küche, der dann nur für uns ein Tablett Brötchen bringen sollte. Dazu haben wir uns von der Gesellschaft weg gestohlen um endlich ein paar Bissen machen zu können.
    Während Michael sich zwei Teller von unserem tollen Buffet beim Hauptessen gönnte, kostete ich nur ein paar Beilagen. Ich bin eher der ruhige, introvertierte Mensch und für mich war das alles so aufregend, dass ich fast nichts essen konnte. Von unserer Hochzeitstorte habe ich erst einen Tag danach gekostet aber ich konnte keinen Bissen am Tag selbst essen.
  7. Nehmt euch noch mehr Zeit
    Eine Erweiterung von Tipp 5.
    Ihr wartet so lange auf den großen Tag und dann plötzlich ist er da und auch schon wieder vorbei. Nehmt den nächsten Tag mit dazu. Bittet eure Freunde zum Frühstück oder gemeinsamen Mittagessen. Lasst den Tag gemeinsam Revue passieren. Nehmt euch auch ein paar Tage danach frei, wenn möglich. Denn der Zauber dieses Tages wird noch anhalten und der Alltag darf da gerne ein wenig länger warten. War es am Hochzeitstag regnerisch habt ihr zB auch so die Möglichkeit ein paar Tage danach nochmal ein paar Portraits bei Sonnenschein zu machen.
  8. Alles nicht so eng
    Nicht nur der Zeitplan sollte locker sein, macht euch auch kein zu großes Kopfzerbrechen über eine Sitzordnung. Wenn ihr eine kleine Gesellschaft seid, ist das sowieso einfacher, habt ihr doch ein paar mehr Gäste, dann erspart euch eine genau Sitzordnung. Ihr könnt eure Gäste ja nach Tischen zusammen würfeln, den Sitzpartner soll sich jeder dann selber aussuchen. Das erspart euch viel Zeit (und Nerven) bei der Planung.
    Aber auch auf anderen Ebenen lässt sich diese Devise übertragen. Die Suppe ist versalzen? Was solls. Die Welt dreht sich weiter. Es regnet, ihr habt aber sowieso einen Plan B? Na dann, alles halb so wild.
    Das ist euer Tag! Wenn ihr ihn so lebt und feiert wie ihr es möchtet und wie ihr seid, wenn ihr euch treu bleibt dann habt ihr Spaß und kleine Hoppalas bereichern nur den Tag.

Wir hoffen, diese Tipps konnten euch helfen in der aufregenden Zeit der Vorbereitung.
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Melanie & Michael